Land unter....diesmal im Ausland...

Bin wieder im Lande. Durchnässt und auch ein wenig angefressen.
Aber der Reihe nach:
Am Freitag in der Früh war das Wetter natürlich nicht wirklich geeignet zum Motorradfahren. Es regnet ständig vor sich hin. Also die Regenklamotten bereitgelegt, und erstmal ein ordentliches Frühstück als Wegzehrung eingeworfen. Eine Nachricht: "Wenns so regnet, fahr ich nicht. Ich bin für 2 Stunden Warten!"
Unser Triumphfahrer hat mangels ordentlicher Regenkleidung Bedenken. Kann man verstehen.
Nach langem hin und her und immerhin schon einer halben Stunde Verspätung ist man sich einig. 2 Mann fahren los, einer kommt nach, wenn das Wetter besser wird.
Also geht es um 8 Uhr auf die Autobahn Richtung Süden. Nach einer guten Stunde fahren wir von der Autobahn ab, und dann das erste Problem: Die Maschine geht auf 900 U/min - und - aus.
Echt blöd, aber ich bin gewarnt. Kann passieren, kurze Wartezeit und es kann weiter gehen.
Am Oberjoch biegen wir in Richtung Ösiland ab. Man merkt es an den Straßen (gelbe Markierung) und die Benzinpreise sind etwas günstiger. Aber Tanken müssen wir noch nicht.

Wir fahren bis Imst, um dort an dem Laden Burger World den ersten ausländischen Cappu zu trinken.
Lecker....und man glaubt es kaum...wir trinken ihn draussen....
Nach kurzer Zeit kommt eine Nachricht rein, in einer halben Stunde ist unser verlorenes Schaf auch da. Na dann passt es ja. Wir biegen dann bergwärts nach Samnaun zum tanken. Dort kostet der Ltr. Super 1.03 €!!! Das muß man nutzen.
Das Wetter ist vorzeigemäßig gut. Also raus aus den Regenklamotten und die schon verschwitzte Montur zum lüften hängen. Nach einer Stunde Pause mit Gratiskaffee (Tankgutschein) und einem kleinen Vesper (aus dem Topcase) geht es weiter. Talwärts schlängelt sich die Straße durch gehauene Felsen die keinen Gegenverkehr zulassen. Also wird es italienisch durchgezogen. Hupen vor der Einfahrt, und der Ersthuper hat Vorfahrt.
Nach dem ersten Tunnel dann das Übel.....HAGELSCHAUER!!!
Das kann doch nicht war sein!
Nach weiteren 3 Kehren und 2 weiteren Tunneln hört der Hagel aber schon auf - und geht in einen regelmäßigen Regen über.
Nach einer kurzen Umzugspause (rin in die Klamotten- raus aus de Klamotten) fahren wir wieder in Pelle weiter. Zumindest 2 von uns. Der dritte im Bunde hat nur ne Regenhose und hofft auf seine angeblich Wasserdichte Motorradjacke.
Nach weiteren 3 Stunden Passfahrten und Grenzpassagen (mein Handy schickt mir über 6 Roamingwarnungen) kommen wir an unserem Domizil an.
Der Gasthof Kircher Sepp soll für die nächsten 2 Nächte unser Zuhause sein.
Die Zimmer sind recht einfach, aber alles da und die Hauseigene Pizzeria ist sehr gut....mjam.
Das war mein Einzelzimmer. Immerhin mit einem Doppelbett und  einem Einzelbett, sehr kleines Bad...aber alles sauber und gemütlich.
Die Motorräder sind in einem eigenen Carport untergebracht.
Der Abend klingt dann gemütlich und lecker aus...

Am Samstag in der Früh ist das Wetter wieder vorbildlich.


Leider nur am Vormittag. Kaum sind wir 2 Stunden  Richtung Sellajoch unterwegs, regnet es schon wieder. Meine Regenjacke und -Hose wird am Straßenrand angezogen (langsam hab ich Übung) und weiter. Dicht ist die Jacke, die Hose nach 2 Stunden Dauerregen nur bedingt, aber meine Stiefel, vor allem der Linke, eben nicht. Bald kriecht das Feuchte in die Socken und kühlt die Füße aus. Blöd. Wir machen eine Aufwärmpause und das Wetter klärt sich wieder. Also die Regenklamotte wieder verpacken.
Zum Sellajoch hoch wird das Wetter wieder chic.
Also schlürfen wir wieder einen Cappu am Joch...teuer, aber lecker. Die Radfahrer die unterwegs sind, sind echte Helden. Ohne mit der Wimper zu zucken fahren sie auf die Pässe. Das einzige was sie aufhält sind evt. Wechselampeln die Baustellen absperren und Blockverkehr vorschreiben. Aber manchmal nicht mal das. Sie fahren einfach bei Rot weiter den Berg hoch - oder runter. Die sind im Tunnel. Werden dann aber sofort wach, wenn wir ihnen entgegen kommen, oder die erste Reihe gesperrt haben. Leider hat der eine Radfahrer den Ablauf des Clickpedals wohl noch nicht verinnerlicht, und -zack- liegt er neben uns im Graben. Blöd das genau jetzt Grün wird. Wir lassen den schimpfenden und zappelnden Italiener(?) zurück.
Auf dem Weg nach unten haben wir grade Kehre Nr. 3 passiert, (ja die sind nummeriert) und was kommt? Genau- Regen....
Aber jetzt gibt es keine Möglichkeit anzuhalten. Mein Vorausfahrender Kollege möchte wohl seine persönliche Bestzeit unterbieten und gibt Gas. Allgemein legt er die Regeln des Straßenverkehrs, sagen wir mal, sehr persönlich aus.
Überholen ist sein Lieblingssport. Meiner eben nicht. Zumal ich nicht unbedingt unangenehm im Ausland auffallen möchte. Soviel Geld hab ich nicht bei....
Nach 2 weiteren Umziehstopps und einem Tankstopp kehren wir in einem kleinen Gasthof ein. Irgendwie haben die Wirte aber nicht mit Kundschaft gerechnet. Aber es ist immerhin was zum trinken und für mich was zum essen da.
Eine Käseplatte mit örtlichen Käsespezialitäten und echtem Vinschgauer Brot. Die Blumenvase daneben ist ein Spezi...über einen halben Liter. Preislich noch nicht abgehoben.

Nach der Rückkehr zum Kircher Sepp gibts am Abend dann noch eine lecker Pizza.
Die Klamotten werden zum trocknen aufgehängt, das Moped bekommt wieder eine Ölfüllung und auch die Kette wird wieder mit Fett versehen. Dringend nötig bei den Regenfahrten.

Am Sonntag nach dem Frühstück wird gemütlich gepackt, alles aufgerödelt und gegen 10 Uhr ist Abfahrt. Natülich fällt nach einer Stunde Fahrt wieder Wasser vom Himmel. Aber nun kann uns nix mehr schocken. Man fährt halt vorsichtiger in die Kehren. In Imst haben wir dann einen kleinen Disput: Der BMW Treiber will übers Hantenjoch heim, wir wollen lieber über den Fernpass, weil bessere Straßen. Nein, er besteht auf sein Joch...soll er.
Er würde in Reutte auf uns warten, sagt er und entschwindet. Wir fahren zum Fernpass und nach einer kurzen Standzeit am Fuße läuft der Verkehr sehr flüssig und mit ein paar Überholvorgängen sind wir in einer halben Stunde über den Pass. Wir fliegen an Reutte vorbei, und halten erst nach Kempten. Ein kurzer Anruf bestätigt: er ist noch nicht in Reutte....hihi.
Naja wir wollen heim, und deshalb geben wir weiter Gas. Gegen 18 Uhr rolle ich zu Hause ein.

Ein fahrerisch anspruchsvolles Wochenende und viele Kilometer sind es in den 3 Tagen geworden.
Es gab lustiges, anstrengendes und vor allem - Wasser.
Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung für mich. So weiß ich jetzt zumindest, daß Pässefahren in Rekordzeit nicht meins ist. Außerdem hab ich ziemlich wenig von der tollen Landschaft der Dolomiten gesehen. Aber vielleicht wiederhole ich das mal wieder. Für mich allein, oder mit anderen Bikerkollegen, die auch eher die Tour genießen wollen.

In diesem Sinne...






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