Eröffnungsparty, Probefahrten und ein Fundstück...

Dieses Wochenende war in der Nähe eine Eröffnungsparty bei einem Motorradhändler. Dort in Offingen beim S-Team war die Hölle los. Das Wetter war sehr passend, obwohl es Freitag noch stark Gewitterte und in Strömen goß.
Aber nicht so Samstag und Sonntag.
Samstags war ich mit meiner Freundin und deren Tochter vor Ort, und wir haben uns erstmal umgeschaut und die leckeren Kuchen genossen. Die Tochter hat sich sofort in einen rosafarbenen Roller verguckt...Ihr Argument: Damit lässt sich Sprit auf dem Weg zur Arbeit sparen....aha..
Meine Freundin darf durch ihren Führerschein schon eine 125er fahren. Auch sie findet einen neuen Roller, der auf Retro getrimmt ist. Schönes Teil, allerdings doppelt so teuer wie das Rosa Gefährt. Bilder darf ich aber keine veröffentlichen....;-)

Ich schleiche um die Motorräder und sitze mal hier und da Probe.
Eine Suzuki DL 650
Zwar das Vorjahresmodell, aber die Sitzposition ist die gleiche wie die Aktuelle. Leider ist der Kniewinkel zu eng für meine kaputten Knochen, und die Sitzmulde verhindert ein zurückrutschen.
Eine KTM Super Adventure
Da passt gleich alles...die Sitzposition, der Kniewinkel, der Lenker liegt gut in der Hand und der Sattel stimmt auch....*seufz*
Der Preis allerdings passt nicht in meine momentane Lage. Knapp 18 Tsd Euronen für diese Superlative der Motorradtechnik.
Ich sollte Lotto spielen - bei einer Chance von 1 : 140 Millionen habe ich doch glatt EINE Chance...

Für den Sonntag habe ich mir vorgenommen, mit einem Bikerkollegen nochmal im Ornat vorbeizukommen, und die ein oder andere Maschine selber zu testen. Um halb 12 sind wir vor Ort, und wir tragen uns für Probefahrten ein. 1000 Euro Selbstbeteiligung beim Crashfalle -  so sieht es der Kurzzeitmietvertrag vor. Happig aber verständlich. Und ist da nicht eine weniger im Angebot als Gestern? "Ja, die hat gestern noch Bodenproben genommen. Fahrer konnte sich abrollen, die Maschine eben nicht..." autsch...
Ich nehme mir erst die Suzuki 1000 DL V-Strom vor...
Motor einwandfrei. Der 2 Zylinder zieht sauber nach oben, und die Beschleunigung reicht locker für das Leben auf der Straße. Allerdings hier wie bei der 650er: Der Kniewinkel. Schon nach 500 m habe ich einen Krampf in der Rechten Pobacke...löst sich aber nach einem Kilometer. Nur wie Suzuki auf die Idee kommt, dieses Motorrad als Reiseenduro zu bezeichnen, weiß ich nicht. Man sitzt meines erachtens sehr weit nach vorne. Nix mit entspanntem Reisen. Ich stütze mich eher auf dem Lenker ab, als hinter im zu sitzen. Vielleicht muß man die Riser erhöhen...die Sitzbank auf jeden Fall. Gibt´s komischerweise gleich als Zubehör. Also haben die Entwickler gleich gemerkt, daß der normal gewachsene Mitteleuropäer größer ist als der durchschnittliche Bonsai Japaner...
Die Fahrt geht eine Viertel Stunde, und ich fühle mich relativ wohl mit dem Motor...aber eben nur der Motor. Und das ist zu wenig für ein Traumbike.
Als nächstes kommt dann die Ultimative Erfahrung:
Die KTM Super Adventure...ein Motorrad der Superlative. Alles an Schnickschnack was man sich vorstellen kann. Adaptives Fahrwerk, Bordcomputer, ABS auch für Kurven, Mappings für jedes Wetter oder Boden usw., usw....
Eigentlich nicht das, was ich von einem Motorrad erwarte. Aber gut, wird probiert.
Kurz bevor ich losfahre schiebt ein anderer Kunde die Straßenversion der 1290er in den Hof...unter großem Gegröhle ruft er: Der Sprit is alle... Immerhin schob er nur gut 500m...
Als ich die Adventure übernehme gibt mir mein Bikerkumpel auch den Tipp: wenig Sprit drin. Ich gucke auf den Bordcomputer und dort steht: 80 km Restreichweite. Das reicht für meine Probefahrt.
Ich biege also auf die Straße ein und schon gut nach einem Kilometer blinkt die Warnung   "Tanken"...
Ok also wieder zurück. Beim einbiegen werden die Gesichter länger. So schnell war noch kein anderer vor mir wieder zurück. Ich sage nur Benzin, und ein Angestellter schwingt sich auf das Bike und fährt kurz zur Tanke. Als er wiederkommt nehme ich eine aufgetankte und 30 Kilo schwerere Adventure entgegen. Das 30 ltr Faß ist ein ehrfürchtiger Anblick, aber man merkt nichts vom Gewicht. Das Bike ist perfekt ausbalanciert. Die Fahrt geht im Sport Modus Ruck Zuck über die Bühne. Am von mir gewähltem Wendepunkt, schalte ich mal in den Straßenmodus. Aber der Unterschied ist nur Marginal für mich. Wie oben erklärt, es passt. Alles ist super an der Adventure. Gratuliere KTM.
Leider einzig der Preis.....

Nach der Probefahrt setze ich mich wieder auf meine gute alte Tengai und merke: Puristisches Motorradfahren ist auch ganz toll. Die Vibrationen schenken sich zu den 2 Zylindern von Suzuki und KTM überhaupt nix. Mein Lenker ist breiter und auch die Sitzposition ist wirklich entspannt. Und nach 10 Minuten fällt es mir kaum auf, daß ich kurz vorher 60- 120 PS mehr unter mir hatte als jetzt.

Auf der Strecke heimwärts stolpere ich dann über folgendes...
Meiner Recherche nach wohl ein mind. 3,0 Ltr. Porsche, Bj. 75-77, oder ein 3,3 Ltr. bis Bj. 80.
Genauer konnte ich nicht um das gute Stück rumschleichen, es steht auf Privatbesitz. Jeder kann dieses erbarmungswürdige Wrack von der Straße aus sehen, und bei der Recherche höre ich, es sei ein "Kunstobjekt". Es steht seit mehreren Jahren dort und soll vom Besitzer zum Kunstwerk mutieren.
Ich finde, solch ein technisches Objekt gehört schon wegen seines Nimbus nicht zu so einem Zustand verdonnert.
Aber so hat eben jeder sein Kunstverständnis...

In diesem Sinne...









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