I´ll be back...

So, das Wochenende der KLR Verrückten ist vorbei. Mensch, war das eine Freude die alten Bekannten, aber auch neue Gesichter zu sehen. Es wurde viel Benzin geplaudert und die KLR ist einfach ein Moped, welches immer wieder zu neuen Geschichten bringt.
Anfahrt war am Freitag. Ich habe meine Tengai gut bepackt, die Satteltaschen sind dank Kompressionsbeuteln von Tante Louise ausreichend und auch das Werkzeug hält.
Die Anfahrt selber ist eher unspektakulär, auch wenn ich mir 18 km Umweg gönne, da ich die erste Ausfahrt auf die A71 ignoriere, da sie mir viel zu früh erscheint. Naja. Auch die Zufahrt selber zum Camp ist gut getarnt, da muß mir nach 2 km Google Maps nochmal auf die Sprünge helfen. Der Weg zum Camp besteht aus alten Betonplatten, die gut 800 m durch den Wald führen. Erinnert mich an alte Grenzwege...
Dann am Camp angekommen kurz die Formalitäten erledigt, die Hütte ist ja gebucht und bietet den Charme einer Jugendherberge. Aber alles da was man braucht.
Da ich mir die Hütte mit nur einem weiterem KLR´ler teile, kann man sich auch ordentlich ausbreiten...
Nach und nach treffen immer mehr KLR´s ein. Auf eigener Achse, aber auch im Hänger, hinter Wohnmobilen oder sogar im Lieferwagen. Manchen ist die Anfahrt dann doch zu weit um mit den alten Einzylindern zu meistern.
Bei der vorderen Weißen KLR 600 aus HH wurde gleich mal festgestellt: Die läuft aus....also hat unser Junggeselle gleich mal seinen Werkstattwagen aufgemacht, und die KLR wird flugs repariert. Der Benzinschlauch war vom Vergaser gesprungen, und auch der Tank war nicht richtig befestigt...
Als dann so ziemlich alle eingetrudelt sind, wird unten am See die ein oder andere Flasche Hopfenperle geleert, und der Abend mit Gesprächen gefüllt. Am folgenden Tag soll die Ausfahrt stattfinden.
Am Morgen dann gab´s in der Campingpark Gaststätte ein ausgiebiges Frühstück für kleines Geld und als die Sonne die Morgennebel endgültig vertrieben hatte, wurde zur Ausfahrt aufgerufen.
Insgesamt 15 KLR´s und 3 "Fremdmodelle" nahmen daran teil. Angeführt von einer Versys fuhren wir über die Dörfer und die Rennsteig Rennstrecke
durch die Landschaft.
Leider ist kurz danach mein Werkzeug gefragt. Auf einer Steigung fällt eine 600er extrem zurück. Sie zieht nicht mehr und riecht leicht nach verbranntem Plastik.
Der Fahrer ist Maschinenbaustudent und hat einiges an der KLR geändert. Unter anderem hat er die komplette Ausgleichswellentechnik eleminiert, die mechanische Wasserpumpe durch eine elektrische ersetzt und auch keine Batterie mehr, sondern fährt mit Lipo Akkus...Maschinenbaustudent eben...

Leider ist da vor Ort nix zu machen. Ein Anruf beim ADAC ist fällig. Die Dame besteht darauf, daß die KLR zur nächsten Fachwerkstatt verbracht wird. Das sei so im Vertrag vereinbart. Allerdings würde die Fachwerkstatt auch nur mit dem Kopf schütteln, weil ausser dem Motor und der Hülle an der KLR eigentlich nix mehr dem Original entspricht. Und der Fehler liegt eindeutig in der Elektrik...
Er kann den Fahrer des Service Trucks überreden, und wird zum Camping Park zurückgebracht. Er wird am Sonntag von der Freundin abgeholt, und wird am Montag mit einem Transporter kommen und die KLR aufladen. Einfacher Weg 250 km....dabei hatte die KLR die Anreise gut gepackt...
Man beachte meine Werkzeugdose und meine Ratsche links im Bild...:)

Unsere Tour führte uns dann weiter durch Wälder und Serpentinen (danke Heiwesch für die Führarbeit und Tourausarbeitung) bis hoch zum Inselsberg, einer Skiabfahrtsstrecke.

Weniger Schön war allerdings, daß wohl zur gleichen Zeit, als wir die Strecke nach oben geballert sind, ein Radrennen Bergab stattfand. Die ersten Streckenposten haben wohl dann entsetzt zum Start gefunkt, daß wir kommen, denn außer den Streckenposten sahen wir niemanden auf Rädern...und die Strecke war nicht gesperrt. Selbst Autoverkehr wäre möglich gewesen.
Oben angekommen haben einige Touristen schon etwas komisch geschaut, weil es ja KLR üblich ist, daß keiner der 15 Fahrer einen Serienauspuff hat...aber beschwert hat sich keiner...
Bei der Pause dann gab es etwas komisches...die Ausflugslokale sind eingezäunt, oder durch Jägerzäune mit Toren getrennt vom Parkplatz... UND verlangen 2  € EINTRITT!
Es gibt alternativ dann sowas wie Drive Inn Stände, allerdings ohne Sitzmöglichkeiten....Beispiel hier: Das Zwergenland und die Zwergenschenke mit angeschlossenem Wasserfall den wir dann bei einer Vorbeifahrt genossen haben...
Also Eintritt zu verlangen bevor man überhaupt die Gastlichkeit geniessen darf, ist schon ziemlich strange, oder?

Auf dem Rückweg haben wir noch beim MotoCrossClub Ruhla vorbeigeschaut, aber keiner wollte seine KLR über die Strecke schicken...Weicheier!...ok, ich auch nicht... 
Die Ausfahrt war dann gegen 15 Uhr zu Ende, und wir haben dann noch den Campingparkeigenen See genossen. Abends gab es dann das obligatorische Spanferkel, für mich eben Gemüseschnitzel, aber auch sehr lecker. Die Küche des Parks war ohnehin sehr lobenswert.
Sonntag morgens, nachdem der Kater ausgeschlafen hatte, haben die ersten ihre KLR wieder reisefertig gemacht, oder die Mopeds wieder verladen.
Ein Kollege hat sich mir angeschlossen, weil er nach Memmingen wollte, und so sind wir zu zweit über die Bundesstraßen und Autobahnen gebügelt. Bei 5000 U/min Reisegeschwindigkeit hat sich die Tengai doch nen knappen Liter Öl gegönnt, und wurde auf der letzten Pause aufgefüllt. Aber sie ist sonst vorbildlich gelaufen, und die neue Scheibe hilft wirklich auf der Bahn. Also eine gute Investition.

Nächstes Jahr ist das Treffen mal grob noch weiter nördlich angesiedelt. Soltau ist im Gespräch. Ob ich allerdins diese Strecke mit der Tengai in Angriff nehmen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht fahre ich aber auch anderweitig hoch, und leihe mir oben eine KLR für die Ausfahrt...mal sehen.


In diesem Sinne...





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