Wieder Samstag...aber mit mehr Streß...

Am Donnerstag Abend hat es sich so dargestellt: Mein Smarti hat ein Auge zugedrückt, sprich ich bin nur mit einem Frontscheinwerfer durch die Nacht gefahren. Nicht Atemlos aber halb blind.
Also bin ich Freitag vormittag zum Mercedeshändler gefahren, welcher letztes Jahr schon so freundlich war, seine Finger in die schmalen Tiefen des Smarties zu stecken.
Hat er auch diesmal gemacht. "Ah, der wieder. Diesmal die linke Seite?" Genau...also eine halbe Stunde gewartet, Kaffee ausm Automaten geschlürft, Autobild gelesen und mir die ausgestellten Benz angeschaut.
Als er aus der Halle kommt, meint er alles ok, aber....der Motor tickert. Das hat mir ein anderer Mechaniker auch schon mal gesagt, aber ich habe es bisher ignoriert und es auf den löchrichen Auspuff geschoben.
Also gut, ich setz mich ins Auto, und fahre vom Hof. Vor mir ein schwarzer Vito, hochglanzpoliert. Und genau in der Politur sehe ich: Der rechte Scheinwerfer ist aus!
Also beim nächsten Kreisverkehr eine komplette Runde gedreht und wieder beim Mechaniker eingeschwenkt.
Grad wollte er sich einen Kaffee gönnen, und schaut ungläubig zu mir rüber. "Ist jetzt nicht wahr, oder?" ist seine Begrüßung.
Also das ganze nochmal: Halle, Kaffee, Zeitschrift und Benzes.
Er kommt wieder, lässt mich einsteigen, schaut nochmal nach, alles bestens. 2 schöne leuchtende Augen.
Also ab nach Hause, muß ja zur Arbeit. Ich biege zu Hause in den Carport ein und denke, komisch dunkel da vorne. Genau! Der rechte ist wieder tot. Ein kurzer Anruf bringt nur die Aussage: Bringen, wir müssen die Front abbauen und nachschauen.
Und das geht halt erst am Montag.
Am Samstag in der Früh rufe ich den Händler in Dillingen an, bei dem ich den Smart gekauft habe, und frage nach seiner Meinung. Er will am Telefon auch keine Aussage treffen. Ich soll gleich vorbeikommen. Also reinspringen und die 60km mal abspulen.
Dort angekommen und kurz erklärt, meint er, kein Problem er schaut gleich nach. Auf das Tickern angesprochen glaubt er auch nicht, daß es etwas von Belang sei.
Aber er kommt mit einem betretenen Gesicht aus der Halle. Die Steuerkette macht tatsächlich Geräusche. Die ist zwar erst 25 tsd km alt, aber er vermutet eine gebrochene Führungsschiene.
So will er mich nicht mehr auf die Straße lassen. Zu groß die Gefahr, daß sich die Steuerkette doch wildentschlossen auf die Reise macht. Und das wäre des Motors Tod.

So bekomme ich den Firmensmart, ein Cabrio, zur Heimfahrt gestellt. Kurze Einweisung in das öffnen des Daches und es kann Heim gehen. Aber was ist das? Der Motor hat mehr Wumms als meiner, ok ist vielleicht der 1,0 ltr....und das da? Schaltwippen von Brabus!!! Geil!
So was will ich auch haben.
Leider gibt das I-net nur Angebote mit ziemlich horrenden Preisen her...*seufz*

Zu Hause angekommen, widme ich mich meinem eigentlichen Samstäglichen Vorhaben. Einen Forumskollegen im Allgäu besuchen. Er brauch eine Dichtung für seinen Auspuff...und da kann ich helfen.
Also die Tengai gesattelt, wohlweislich nen halben Liter Öl mit eingepackt, und ab gehts. Immer nach Süden auf der Landstraße Richtung Memmingen. Dann durch Memmingen hindurch...hoppla...glatt verfranst. Aber nach kurzer Nachfrage gehts weiter. Und so komme ich nur eine knappe viertel Stunde später an, wie ausgemacht. Ein großes Hallo und ein kaltes alkoholfreises Gerstengetränk zur Begrüßung später wird über die Tengais gefachsimpelt. Seine läuft wegen fehlendem Auspuff gerade nicht, und so hofft er, daß die Dichtungen ihm helfen, sein Schätzchen wieder flott zu machen. Ich fülle in meine Tengai den halben Liter Öl nach, sie hats gebraucht.
Nach einer Stunde mache ich mich wieder auf den Weg, der abendliche Stammtisch wartet auch noch....
Ich wusste gar nicht, daß auch Samstags Sonntagsfahrer unterwegs sind, aber so ist es. Mitten in einer Rechtskurve, die ich mit 80km/h nehme, kommt aus einem Maisfeld ein Auto herausgeschlichen. Wohl ne Pinkelpause... und schleicht mit weiteren 30km/ h auf der Bundesstraße vor sich hin. Ordnet der erst noch seine Hose oder was??? Da in Kurven bremsen nicht grade die Paradedisziplin der Tengai ist, richte ich sie kurz auf und ziehe rasch links an der Kutsche vorbei. Ging auch relativ gut, war kaum Gegenverkehr...*grumel*

In Memmingen stehe ich dann an der Ampel zur Stadtumfahrung (wer will schon durch die City am Samstag?), als neben mir die Erde bebt. Eine große Harley mit passendem Reiter steht neben mir. Aber er allein kann auch mit seinen 1800ccm nicht so einen Radau machen. Ich drehe mich um und sehe 20 (!) Harleys in Reih und Glied in der Nachbarspur stehen. Die kommen aus der Schweiz und machen einen Ausflug. Der Roadcaptain macht auf mich den Eindruck eines Silberrückens....hehe.
Als sie an mir vorbeiziehen (blöde Ampelschaltung) sehe ich, daß auch ein Begleitfahrzeug dabei ist. Wozu haben die dann so viel Gepäck auf den Maschinen? Komisch...
Als ich die Innenstadtumfahrung gemeistert habe und im nächsten Städtchen einfalle, sehe ich die Harleys wieder. Und nun weiß ich auch, warum der Begleitsprinter leer sein muß. Gerade wird eine der Maschinen in das Gerät gewuchtet. Jaja...man muß vorbereitet sein bei den Milwaukees *grins*

Die Heimfahrt geht natürlich flotter von der Hand, da ich jetzt ja weiß wohin ich muß. Und so bin ich rechtzeitig zu Hause um anschließend zum Stammtisch zum Stoffenrieder Weiherfest zu fahren.
Dort gibt´s leckeres Essen, auch für mich, und geselliges Beisammensein. Kaltgetränke, zünftige Blasmusik und das ganze bei einem Kaiserwetter. Gegen 21 Uhr machen wir uns wieder auf, und lassen  den Abend noch gemütlich zu Hause ausklingen.

So habe ich an diesem Samstag ziemlich viel hinter mich gebracht. Aber am besten hat mir natürlich die Tour ins Allgäu gefallen.
Bald ist das Treffen, und darauf freue ich mich auch schon...

In diesem Sinne...

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