Land unter...

Am Freitag bin ich mit der Tengai aufgebrochen um meine Freundin in der Kur zu besuchen, und gleich mal die Gelsitzbank einzufahren. Mal testen, ob es auch dem Popo gut tut...
Erster Punkt: Die Bank baut etwas höher als die originale, und ergibt so eine etwas Sumoähnliche Sitzhaltung auf der Tengai - passt aber soweit.
Zweiter Punkt: Nach 200 km am Stück ohne Pause meldet sich eher meine Wirbelsäule zu Wort als mein Sitzfleisch - gut so. Auch nach dem Absteigen tut nix weh, wenn man auf normalem Gestühl hockt.
Soweit also alles in Butter. Nur mache ich leider zwei kleine Fehler. Ich verlasse mich auf den Wetterbericht. Und deshalb nehme ich meine Sommerhandschuhe und meine Sommermotorradstiefel mit....böser Fehler.

Auf der Hinfahrt noch alles bestens. Bis auf die Tatsache, daß jedes kleine Dorf auf meiner Nogo-Autobahnstrecke wohl eine Party schmeißt. Die Verantwortlichen waren großzügig mit den Umleitungsschildern...leider aber ohne die miteinander abzusprechen. So fahre ich normalerweise der Sonne entgegen (Osten) und wundere mich nach einiger Zeit, wieso ich sie im Rücken habe....
Auch ein Blick in die Karte bringt nicht viel, weil jedesmal wenn ich denke ich habe eine Lösung gefunden....steht dort eine Sperre mit einem Umleitungsschild.

Aber ich schaffe es letztendlich auch ohne Navi, und bin dann eine Stunden später als geplant vor Ort.
Am Samstag Morgen hat mein Neffe in der Nähe des Kurortes seine Firmung, und so begeben wir uns zum ausgelassenen Feiern dorthin.
Die Kirche ist rappelvoll, hat eine miese Akustik und der Bischof ist wohl ein Gegner des gepflegtem Microfongebrauchs...naja. Nach 2 (!) Stunden des Nichtverstehens und nur Zuguckens ist die Firmung vorbei, die Firmlinge dürfen sich im Pfarrhof ihren  Sekt abholen (alter Spruch in Bayern: den ersten Rausch hast nach der Firmung) und dann gehts zum Feiern auf den Hof des Frimlingsvaters.
Den habe ich schon gute 10 Jahre nicht mehr gesehen, umso schöner ist das Wiedersehen mit ihm.
Er schmeisst den Grill an und für mich gibts selbstgefangene Starnberger See Felchen...lecker.

Als die Party so langsam in Fahrt kommt, müssen wir leider wieder gehen. Wir haben noch eine Stunde Fahrt zum Kurort, und ich hab dann noch die Strecke nach Hause.
Das Wetter wird zusehends schlechter und ich mache mich eilends auf den Weg. Leider komme ich nicht weit. Nach 10 Minuten beginnt das Drama. Bis zur nächsten Tanke schaffe ich es noch, dann gibts für die Tengai Sprit und für mich die Regenklamotten.
Leider tobt sich das ganze zu einem tollen Gewitter aus, und ich bleibe erstmal 30 Minuten vor Ort, und hoffe, daß es aufhört...
Tut es natürlich nicht. In einer ruhigeren Phase schwinge ich mich auf die Tengai und fahre weiter.
Erinnert ihr euch an meine 2 Fehler von oben? Die Sommerhandschuhe haben natürlich keine Regenmembrane und die Finger sind schnell nass. Durch die Handschützer habe ich wenigstens keinen Fahrtwind an den Händen.
Die Sommerstiefel haben eine hervorragende Eigenschaft: Sie nehmen Spritzwasser und das herunterlaufende Wasser der Regenhose perfekt auf, und speichern es. So habe ich bei jedem Schalt- und Bremsvorgang das Gefühl, als würde ich mit meinen Füßen in einem Aquarium stehen.

Nach einer Stunde durch die Sturmflut lässt der Regen etwas nach, und ich kann wieder etwas schneller über die Bahn fliegen.
Die Füße sind nass, die Hände werden nun doch langsam klamm. Da hilft auch nicht ein Schauspiel von Mutter Natur zur Besänftigung.
Hinten zwischen den Bäumen...ein Regenbogen. Der war noch stärker, aber bis ich mein Handy aus der Jacke und mit den klammen Fingern endlich zum "Schuß" kam, war er schon am abklingen...

Und noch eine weitere Überraschung wartet auf mich. Als ich meine Koffer abnehme, und diese öffne, sind einige Sachen doch durchnässt. Leider auch die wichtige Post meiner Freundin....blöder Mist. Bis jetzt waren die Dinger absolut dicht. Also muß ich für die nächste Tour mit den Koffern mir wasserdichte Innentaschen besorgen...
Der Verbrauch der Tengai lag bei 4,12/100km, ein toller Wert für ihre Leistung. Vor der Heimfahrt habe ich in der Tiefgarage des Kurhotels noch Öl aufgefüllt, damit alles gut läuft.
Apropos Leistung. Bei der Hinfahrt hätte ich mir doch ein paar PS mehr gewünscht. Die 40 PS sind für Überholvorgänge doch recht mühsam. Grade im Allgäu sind die Straßen selten lange grade, so daß man eigentlich jede Möglichkeit zum Überholen nutzen muß, sonst hängt man ewig hinter Bus, Caravan, Wohnwagengespannen, Milchlaster oder dem Nördlichen Bundesdeutschen fest, der sich die Berge über seine Panoramawindschutzscheibe anschaut...
Vielleicht hat das nächste Möp ein paar PS mehr...

In diesem Sinne...




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